Ungarische Küche Ungarn Spezialitäten

Ungarische Küche - 10 typische Spezialitäten

Wenn Sie in Ungarn im Urlaub sind und in einer der traditionellen Csárdás – wie Gasthäuser von Einheimischen genannt werden – speisen, erwarten Sie Gerichte, die seit vielen Jahrhunderten nach altbewährten Rezepten gekocht werden. Oft werden würzige Eintopfgerichte noch wie anno dazumal in Kesseln zubereitet. Feurige Gewürze wie Paprika, würzige Salami, Zwiebeln, Fleisch und verschiedene Gemüse sind Zutaten, die vielen traditionellen Speisen ihr einzigartiges Aroma verleihen. Auch für Freunde der süßen Küche hat Ungarn viel zu bieten: Legendäre Strudel, Pogatschen und Palatschinken lassen die Herzen von Naschkatzen höherschlagen. Dazu passen die aromatischen Dessertweine Tokaji Aszú und Tokajer Ausbruch hervorragend, die aus der gleichnamigen Weinbauregion stammen.


Köstliche Fischsuppe: Halászlé

Wenn Sie gerne Fisch essen, bestellen Sie Halászlé. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Fischsuppe, die zu den beliebtesten Vorspeisen Ungarns zählt. Die Fischerbrühe, wie das Gericht übersetzt heißt, wird mit Zander oder Karpfen zubereitet. In Fischsud gegarte Tomaten, Zwiebeln und Paprika dienen als Basis. Ist das Gemüse weich, wird es fein durchgesiebt. Dann kommen die Fischstücke dazu, die in der Gemüsesauce weichgekocht werden. Häufig wird zu Halászlé Weißbrot serviert.


Halászlé ungarische FischsuppeHalászlé

Gulasch ist nicht gleich Gulasch

Unter Guylás versteht man in Ungarn nicht den in aller Welt bekannten Eintopf Gulasch, sondern eine Suppe. Wenn Sie wissen das Gulyás eigentlich Rinderhirtenfleisch bedeutet, erraten Sie sicher, dass die Speise früher von Viehhirten gegessen wurde. Nahezu jede Familie hat ihr Geheimrezept, zu den Grundzutaten gehören Zwiebeln, Rindfleisch und Gewürzpaprika. Gerne wird in ungarischen Lokalen auch Szegediner Gulasch serviert: Dabei handelt es sich um eine vitaminreiche Variante mit Sauerkraut. Ein Geheimtipp zum Schluss: Gulaschsuppe schmeckt aufgewärmt noch besser!

 

Pörkölt – der beliebte Eintopf

Was dagegen in aller Welt als Gulasch bekannt ist, nennen Ungarn Pörkölt. Einer der Unterschiede liegt in der Flüssigkeitsmenge, die beim Kochen verwendet wird. Pörkölt ist deutlich dickflüssiger. Für die würzige Speise verwenden Köche verschiedene Fleischsorten wie Kalb, Rind, Schwein oder auch Geflügel. Das Geheimnis des einzigartigen Aromas liegt in der Zubereitung: Das Fleisch schmort nämlich auf einer dicken Schicht aus Zwiebeln. Beim langsamen Garen wird das Fleisch saftig und zart.


PörköltPörkölt

Das Paprikahuhn – ein Klassiker

Paprikahuhn wird auf ungarisch als Paprikás Csirke bezeichnet. Vermutlich stammt das cremige Gericht aus dem pannonischen Raum. Früher wurden dabei ältere Hühner verarbeitet, was für einen besonders kräftigen Geschmack sorgte. Heute werden meistens Hühnerkeulen oder zarte -brüste verwendet. Wie so oft dienen Zwiebeln als Grundlage. Das Gemüse wird angebraten und mit Paprikapulver bestreut. Die Hühnerstücke braten anschließend gemeinsam mit dem Gemüse unter Zugabe von Fleischsud. Wenn Sie sich fragen, warum Paprikás Csirke so herrlich cremig ist – des Rätsels Lösung ist der saure Rahm, der am Ende der Garzeit zugefügt wird.

 

Lecsó: nicht nur die perfekte Beilage aus Ungarn

Was bei uns oft als Beilage serviert wird, ist in Ungarn eigentlich ein Hauptgericht. Hier verwenden Köche für den Gemüseschmortopf gelbe Spitzpaprika, Tomaten und Zwiebeln. Sie können es als vegetarische Variante, mit Speck oder der ungarischen Wurst Lecsókolbász zubereiten. Manchmal fügen die Küchenchefs auch Eiergraupen oder Reis hinzu.


Letscho LecsóLecsó als Hauptgericht mit Wurst

Deftige Wurst: Debreceni páros kolbász

Wenn Sie Lust auf ein weiteres einfaches, deftiges Gericht haben, greifen Sie zu Debreceni páros kolbász. Die Würste sind hierzulande auch unter dem Namen Debreziner bekannt. Benannt ist sie nach Debrecen, einer Stadt nahe der rumänischen Grenze. Das ungarische Original besteht aus Rind- und Schweinefleisch, ist mit edelsüßem Paprika gewürzt und leicht geräuchert. Sie werden gekocht, im Backofen gebacken oder angebraten und landen meist als Paar auf dem Teller. Serviert werden die Würste mit Meerrettich und Senf sowie Weißbrot. Sie dürfen als Snack auf keinem Jahrmarkt fehlen, dienen jedoch auch wegen ihrem leicht rauchigen Geschmack als Zutat für Suppen und Eintöpfe.

 

Langós – der berühmte Fladen

Langós, der beliebte Teigfladen, den Sie sicher von Imbissbuden kennen, ist ein Export aus Ungarn. Ursprünglich diente es als Frühstücksbrot und wurde an jenen Tagen kredenzt, wenn Brot gebacken wurde. Die dünnen Teigfladen wurden aus Teigresten geformt und im vorderen Teil des Ofens zubereitet. Heute wird Langós jedoch in heißem Fett herausgebacken. Der Teig kommt mit wenigen Zutaten aus: Mehl, Milch, Wasser, Hefe und Salz reichen aus, um die Köstlichkeit herzustellen. Serviert wird der Fladen mit Knoblauchöl, ungarischer Wurst, Zwiebeln, saurer Sahne oder weiteren Zutaten. In vielen Straßenlokalen in ganz Ungarn können Sie mit Langós zwischendurch Ihren Hunger stillen.


LangósLangós

Ungarische Salami – der Rohwurstklassiker

Was wäre eine Brotzeit ohne dünn geschnittene Salami? Das Original Téliszalami stammt von Mark Pick, der die Zubereitung von Rohwurst im 19. Jahrhundert eigentlich in Tirol erlernte. Zurück in seiner Heimatstadt Szeged begann er selbst, nach abgewandeltem Rezept Salami zu erzeugen. Sie besteht aus Schweinefleisch oder einer Mischung aus Schweine- und Rindfleisch und Speck. Gewürzt wird die Masse mit Paprika, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Kümmel. Die Rohwurst wird zunächst zehn bis zwölf Tage kalt geräuchert und anschließend in feuchtem Klima bis zu drei Monate gegärt. Dabei entsteht der typische Edelschimmel am Rand.

 

Gundel-Palatschinken: die süße Köstlichkeit

Freunde von Süßspeisen kommen in Ungarn an Gundel-Palatschinken nicht vorbei. In ungarischen Restaurants sind sie auf den Speisekarten unter dem Namen Gundel-palacsinta zu finden. Sie wurden nach ihrem Erfinder, dem Koch Karl Gundel, benannt. Das Restaurant Gundel, wo sie zum ersten Mal zubereitet wurden, gibt es noch immer. Die Pfannkuchen aus Eiern, Milch und Mehl sind mit Nüssen und in Rum getränkten Rosinen gefüllt. Sie werden vor dem Servieren mit einer Rum-Schokoladensauce übergossen.


Gundel PalatschinkenGundel-Palatschinken

Dobostorta – ideal für die Kaffeepause

Die vermutlich bekannteste Backware des Landes ist die Dobostorta. Sie wurde im Jahr 1895 von Jószef Dobos, einem Konditormeister, erfunden. Wenn Sie Dobostorta nachkochen möchten, benötigen Sie Zeit und Geduld. Sie besteht nämlich nach Originalrezept aus exakt acht Schichten Biskuit, die mit einer Schokoladencreme zusammengesetzt werden. Für die nötige Stabilität des Backwerks sorgt ein Überzug aus Karamell. Sogar der berühmte amerikanische Künstler Andy Warhol kannte die Süßigkeit. Er zeichnete die Torte für sein Kochbuch Wild Rasberries.


Dobostorta Dobos TorteDobostorta

 


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