Fränkische Küche Franken Spezialitäten

Fränkische Küche - 10 typische Spezialitäten

In der fränkischen Küche liebt man es deftig und zelebriert die schmackhafte Hausmannskost mit viel Fleisch. Daneben kann die Region im Norden Bayerns auch mit interessanten Spezialitäten aufwarten. Wer hier seinen Urlaub verbringt, genießt die oft hausgemachten Gerichte in Gaststätten in traumhafter Natur oder in romantisch verwinkelten Gassen der Fachwerkstädte. Franken hat darüber hinaus eine lange Brautradition, aus der zahlreiche überregional bekannte Biersorten hervorgegangen sind. Weinkenner lieben die spritzigen fränkischen Weißweine. Auch rote Rebsorten gedeihen auf dem mineralstoffhaltigen Boden. Eine Reise durch Franken gestaltet sich so zur Genussreise. Welche Highlights man dabei nicht verpassen sollte? Der folgende Artikel verrät es Ihnen.


Fränkisches Schäufele

Herzstück dieses Gerichts ist ein besonderes Stück aus der Schweineschulter, das seinen Namen von der Schaufelform des Knochens hat. Gewürzt mit Knoblauch, Kümmel, Pfeffer und Salz wird es so lange in dunklem Bier und Brühe im Ofen geschmort, bis es fast von selbst zerfällt. Die rautenförmig eingeschnittene Schwarte ist durch den langen Garvorgang dann herrlich knusprig, das Fleisch saftig und zart. Als Beilage dienen Fränkische Klöße und Kraut – wahlweise Weißkraut oder Blaukraut – und eine aromatische Soße.


Fränkisches Schäufele Franken Küche
Deftig: Fränkisches Schäufele

Fränkische Klöße

Ob als Beilage zu deftigen Gerichten, als süße, mit Obst gefüllte Hauptspeise oder schlicht Kloß mit Soß – in Franken zelebrieren die Menschen ihre Kloßkultur. Kartoffeln sind die Hauptzutat, wahlweise roh und gerieben verarbeitet oder vorgekocht. Kartoffelstärke sorgt für die notwendige Bindung, eine geringe Menge Mehl und Essig für die weiße Farbe. Die reichhaltigen Soßen der fränkischen Küche saugt der Kloß wunderbar auf. Übrig gebliebene Klöße vom Vortag sind „eingeschnitten“ und mit Speck und Zwiebeln angebraten auch anderntags noch ein Gedicht.


Nürnberger Bratwürste

Diese berühmte Spezialität hat es längst zu internationaler Bekanntheit gebracht: Typisch für die Nürnberger Bratwurst ist die kleine dünne Form. Die würzige Wurst geht auf einen Fleischermeister des 16.Jh zurück. Er gab in das frisch gewolfte Schweinefleisch Gewürze wie Majoran (besonders wichtig), Salz und Pfeffer. Gefüllt in Schafdärme, war die weltweit kleinste Rostbratwurst entstanden. In Nürnberg bekommt man sie entweder im halben Dutzend oder als Drei im Weggla. Das sind drei der kleinen Köstlichkeiten im Brötchen mit Senf, Sauerkraut und Röstzwiebeln.


Nürnberger Bratwürste im Weggla"Drei im Weggla"

Fränkischer Sauerbraten

Ganze fünf Tage muss das Fleisch für diese fränkische Spezialität eingelegt werden, und zwar in eine Mischung aus Rotwein und Rotweinessig. Dazu nimmt man Rindfleisch aus der Schulter. Zimt, Nelken, Wacholder und Lorbeer geben dem Gericht ein besonderes Aroma, das es von anderen Sauerbraten-Varianten unterscheidet. Anschließend schmort das kräftig angebratene Fleisch in einem Sud mit Wurzelgemüse und Lauch im Backofen. Soßenlebkuchen dient zum Binden der Soße. Traditionell isst man das Fleischgericht mit Klößen oder Kartoffeln sowie Krautbeilage.

 

Fränkische Bierspezialitäten

Wo immer man den sechszackigen Stern an einem fränkischen Wirtshausschild sieht, kann man mit köstlichem Biergenuss rechnen. Das Zeichen stand einst für die Erlaubnis, selbst gebrautes Bier auszuschenken. Neben Erzeugnissen großer Brauereien wie Tucher genießen Sie in Franken die vielfältigen dunklen und hellen Biere aus Hunderten kleiner und mittelständischer Brauereien. Einige von ihnen lassen sich im Rahmen einer Bierwanderung erkunden, bei der die Teilnehmer am Ende der Etappen erfrischende Biere in den ausgesuchten Brauereien verkosten. Der Großraum Bamberg rühmt sich der weltweit höchsten Brauereidichte. Hier bekommt man mit dem Schlenkerla eine besondere Spezialität – es handelt sich um ein Rauchbier.


Spezialitäten Franken Bier Rauchbier SchlenkerlaSchlenkerla - Rauchbier aus Bamberg

Fränkischer Spargel

Auf eine lange Anbautradition kann das Edelgemüse Spargel in Franken zurückblicken. Besonders um Bamberg mit seiner ausgeprägten Gartenbautradition pflegt man die aufwendige Kultur der weißen oder grünen Stangen. Die Saison ist kurz, der Anbau Handarbeit, doch was für ein Genuss! Aromatisch, dabei kalorienarm und voller guter Vitamine und Nährstoffe trägt Spargel das Attribut königliches Gemüse zu Recht. Mit zerlassener Butter oder Sauce Hollandaise serviert, genießt man ihn gern zu Kartoffeln und Fisch. Die Bezeichnung Fränkischer Spargel ist geschützt; nur hier angebaut darf er sich so nennen.


Rothenburger Schneeballen

Wer bei diesem Namen an fröhliche Schneeballschlachten denkt, liegt falsch. Das besonders in dem bezaubernden Fachwerkstädtchen Rothenburg ob der Tauber bekannte Gebäck trägt seinen Namen aufgrund der üppigen Puderzuckerschicht, mit der es serviert wird. Um den Mürbeteig in die charakteristische Ballenform zu bekommen, gibt es spezielle Schneeballeneisen. Früher in Schmalz, heute auch für Veganer geeignet in Pflanzenfett ausgebacken, ist das knusprige Gebäck ein Genuss. Es gibt die Ballen mittlerweile auch mit anderen Überzügen wie Karamell oder Schokolade und mit Füllungen.

 

Rothenburger SchneeballenRothenburger Schneeballen

Fränkische Weine

An sonnenverwöhnten Hängen gedeihen seit Jahrhunderten die Trauben für die von Kennern geschätzten Weißweine Frankens. Tatsächlich baut man hier überwiegend weiße Reben an wie Silvaner, Müller-Thurgau und Bacchus. Rote Sorten sind Dornfelder oder Spätburgunder. Ihnen gemein ist der hohe Mineralstoffgehalt, der den Weinen ihr würziges Aroma verleiht. Fränkische Weine weisen wenig bis kaum Restzucker auf und sind sehr trocken. Wanderungen durch die Weinberge mit einer Weinverkostung abschließen: das geht auf den "Wegen zum Wein" in den fränkischen Weinbaugebieten Steigerwald und entlang des Mains. Lecker zum Dessert - aber auch zu den deftigen fränkischen Fleischgerichten mundet der leichte Frankenwein vorzüglich.

 

Nürnberger Lebkuchen

Wer Franken zur Weihnachtszeit besucht, lässt sich den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt nicht entgehen. Dann duftet es überall nach Glühwein und den Elisen-Lebkuchen, für die die Stadt bekannt ist. Aromen aus aller Welt, vereint in einem Küchlein: Zimt, Koriander, Nelken, Kardamom, Ingwer, Anis und Macisblüten geben den Lebkuchen ihren typischen Geschmack. Doch Obacht – nicht jeder Lebkuchen ist eine Elise, dazu muss er aus überwiegend Haselnüssen, Walnüssen und Mandeln bestehen. Und nur die in der Frankenmetropole gebackenen sind echte Nürnberger Elisen-Lebkuchen. Rund oder eckig, mit Mandeln verziert oder dunkler Schokolade überzogen – stets ruht der Teig auf einer Oblate.


Nürnberger Elisen-LebkuchenReich an Nüssen: Nürnberger Elisen-Lebkuchen

Fränkisches Gebäck

Was unspektakulär als Küchle oder Küchla bezeichnet wird, kann in Franken vielfältige Formen annehmen. Besonders skurril mutet das Knieküchle an, das seine runde Form einst tatsächlich des Bäckers Knie verdankte. Bei allen Küchlas handelt es sich um süßes Hefeteiggebäck, das in heißem Fett ausgebacken wird. Rechteckige Küchle ähneln aufgebacken einem Kissen und heißen meist Striezel. Den zur Faschingszeit beliebten Krapfen verleiht in Franken Hiffenmark, also aus der Hagebutte gewonnenes Mus, einen besonderen Touch. Nur in Bamberg bekommen Sie Bambercherla oder Bamberger Hörnla. Dieses halbmondförmite Gebäck mit Milch und viel Butter ähnelt auch geschmacklich einem Croissant.

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